Gehörlosenkultur

Die Gebärdensprachgemeinschaft der Gehörlosen hat im Laufe der Zeit eine eigene Kultur entwickelt, die in Gehörlosenzentren und -vereinen gepflegt wird. In sämtlichen größeren Städten gibt es ein Gehörlosenzentrum, das Anlaufstelle für Gehörlose ist. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen und Treffen statt.

Zentral für die Gehörlosenkultur ist, dass das Gehör nicht als wichtig angesehen wird. Vielmehr steht die nicht behindernde Kommunikation in Gebärdensprache im Vordergrund. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Status und Stellenwert der Gebärdensprache förderten seit den 1980er Jahren zunehmend die Wahrnehmung der Gehörlosenkultur als solche und ein Bewusstsein für sie. Durch den verbesserten Zugang Gehörloser zu Bildung durch die Förderung der Gebärdensprache und den Ausbau von Dolmetscherausbildungen können außerdem auch mehr Gehörlose studieren, was für das Selbstbewusstsein Gehörloser eine große Rolle spielt.

Typische Ausdrucksformen der Gehörlosenkultur sind Gebärdensprachpoesie und Gehörlosentheater. In verschiedenen Großstädten gibt es Gehörlosen-Theater-Gruppen, die in Gebärdensprache ihre Stücke präsentieren. Das Deutsche Gehörlosen-Theater tourt mit seinen Stücken bundesweit durch die Clubheime der Gehörlosen. Auch Pantomime, Gebärdenrap, Tanz, Zauberei, Videoprojekte und bildende Kunst sind beliebte Ausdrucksformen der Gehörlosenkultur.

Besonders eindrucksvoll kann man die Facetten dieser Kultur alle paar Jahre bei den Deutschen Kulturtagen der Gehörlosen erleben. Vom 21.-23. August 2008 finden die 4. Deutschen Kulturtage der Gehörlosen in Köln statt.

Weitere kulturelle Höhepunkte für Gehörlose und ihre gebärdenden Freunde sind das Berliner Gebärdensprachfestival und das Deutsche Gehörlosen-Theater-Festival (DEGETH).

Wichtiger Bestandteil der Gehörlosenkultur ist auch der Sport, zu dem sich Gehörlose schon 1910 im Deutschen Gehörlosen-Sportverband zusammenschlossen haben. Mit seinen über 12.000 Mitgliedern aus 168 Vereinen führt der Deutsche Gehörlosen-Sportverband auf Vereins-, Landes- und Bundesebene eigene Meisterschaften durch und beteiligt sich auch an europäischen und internationalen Wettkämpfen. Die Deaflympics (Weltspiele der Gehörlosen) finden jeweils ein Jahr nach den Olympischen Spielen statt. An den Paralympics, den Olympischen Spielen für SportlerInnen mit körperlicher Behinderung, nehmen Gehörlose nicht teil.

Mit der Deutschen Gehörlosen-Zeitung (DGZ), regionalen Mitteilungsblättern und Gehörlosenzeitungen wie der Zeitschrift „Die NEUE für Gehörlose" haben sich Gehörlose eigene Printmedien geschaffen. Auch im Internet stehen viele Portale und spezielle Informationsseiten, Blogs und Diskussionsforen von Gehörlosen für Gehörlose zur Verfügung, die rege genutzt werden.

 

Quelle:  www.gehoerlosen-bund.de

aktualisiert am 3. Dezember 2018

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